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Welchen Ton Sollten Sie Wählen? Steinzeug, Irdenware, Gießton usw.

In diesem Leitfaden erklären wir den Unterschied zwischen Steinzeug und Irdenware, was Drehton, Modellierton und Gießton bedeutet und was Sie über Schamotte und andere Toneigenschaften wissen sollten.

Steinzeug oder Irdenware – was ist der Unterschied?

Die Wahl des richtigen Tons ist einer der wichtigsten Aspekte in der Keramik. Verschiedene Tone verhalten sich beim Formen, Trocknen und Brennen unterschiedlich, und die Wahl beeinflusst sowohl das Gefühl, die Haltbarkeit als auch das Endergebnis. Der größte Unterschied liegt in der Brenntemperatur und dem Ergebnis.

Alle unsere Tone werden bei ca. 1000°C schrühgebrannt.

Steinzeugton

  • Glasurbrand bei hohen Temperaturen (ca. 1200–1300°C)
  • Wird dicht, stabil und oft wasserdicht (ab ca. 1210°C) auch ohne Glasur
  • Ideal für Gebrauchsgegenstände wie Tassen, Teller und Schalen

Wähle Steinzeug, wenn du langlebige Keramik für den Alltag herstellen möchtest.

Irdenware (Niedrigbrandton)

  • Glasurbrand bei niedrigeren Temperaturen (ca. 1000–1040°C)
  • Bleibt poröser und ist ohne Glasur nicht wasserdicht
  • Gut geeignet für dekorative Objekte

Wähle Irdenware für farbenreiche und dekorative Projekte.

Drehton oder Modellierton?

Verschiedene Techniken erfordern unterschiedliche Eigenschaften im Ton.

Drehton

  • Weich und geschmeidig
  • Leicht zu zentrieren und auf der Töpferscheibe zu formen
  • Meist wenig oder sehr feine Schamotte

Ideal für: Tassen, Schalen, Teller und symmetrische Formen

Ton für Aufbau-/Handaufbautechniken

  • Fester und stabiler
  • Behält besser die Form
  • Enthält oft mehr und gröbere Schamotte

Ideal für: Skulpturen, größere Objekte und Aufbautechniken

Was ist Gießton (Schlicker)?

Gießton, auch Schlicker genannt, ist ein flüssiger Ton, der zum Gießen in Gipsformen verwendet wird. Statt den Ton zu formen, wird er in eine Form gegossen, wo er eine Wandstärke aufbaut.

Geeignet für:

  • Serienproduktion
  • Dünne und gleichmäßige Formen
  • Detaillierte Objekte

Was ist Schamotte – und warum ist sie wichtig?

Schamotte ist gebrannter und zerkleinerter Ton, der dem Tonkörper beigemischt wird.

Wirkung:

  • Erhöht Stabilität und reduziert Risse
  • Macht den Ton weniger geschmeidig, aber formstabiler
  • Wichtig für größere oder dickwandige Objekte

Faustregel:

  • Wenig/feine Schamotte → gut zum Drehen
  • Mehr/grobe Schamotte → gut für Aufbauarbeiten

Was bedeutet Schimmel im Ton?

Schimmel im Ton ist völlig natürlich und nicht schädlich. Tatsächlich macht er den Ton oft:

  • Geschmeidiger
  • Leichter zu verarbeiten
  • Elastischer

Was ist Schrühbrand?

Schrühgebrannte Keramik ist Ton, der einmal vor dem Glasieren gebrannt wurde. Dadurch wird der Ton:

  • Härter und leichter zu handhaben
  • Stabiler für die Glasur
  • Weniger anfällig für Risse oder Verformung

Welchen Ton solltest du wählen?

  • Anfänger: Allround-Steinzeugton
  • Drehen: glatter Ton mit wenig Schamotte
  • Aufbau/Skulptur: Ton mit mehr/grober Schamotte
  • Dekoration: Irdenware
  • Außenbereich: Steinzeug (wasserdicht ab ca. 1210°C)

Tipps

  • Neue Tone immer zuerst testen
  • Ton an die Technik anpassen
  • Notizen machen

Zusammenfassung

Die Wahl des Tons beeinflusst das gesamte Ergebnis. Wer die Unterschiede versteht, kann bessere Entscheidungen treffen und sich schneller weiterentwickeln.